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Top 3 der am häufigsten gestellten Fragen zum Orgasmus

TOP 3 DER AM HÄUFIGSTEN GESTELLTEN FRAGEN ZUM ORGASMUS

Dr Adam Kay

Ich spreche mit vielen Patienten über den Orgasmus. Und häufig stellen sie mir Fragen wie: „Warum sprechen Sie mit mir über den Orgasmus? Ich habe einen gebrochenen Knöchel.“ Und hier sind einige Antworten auf einige andere häufig gestellte Fragen:

Orgasmus im Kontext der Evolution

Auf den ersten Blick scheint das keine allzu eigenartige Frage zu sein. Es ist ganz offensichtlich, warum Männer zum Orgasmus kommen – die Evolution ermuntert sie dazu, zu kommen, indem sie es ihnen angenehm gestaltet hat, um die Zivilisation in Gang zu halten.  Frauen hingegen (auch wenn es ganz offensichtlich toll ist, wenn sie es tun) müssen keinen Orgasmus haben, um schwanger zu werden – sie können zwanzig Kinder bekommen, ohne auch nur das leiseste Stöhnen von sich zu geben. Wissenschaftler haben dieses Mysterium seit Jahrzehnten erforscht, und (was eher langweilig ist) wir haben immer noch keine befriedigende Antwort darauf. Der aktuell beste Ansatz ist derselbe Grund, warum Männer Brustwarzen haben – alle Menschen entwickeln sich aus den gleichen grundlegenden Bausteinen, und dabei bleiben einige „Zusatzteile” zurück, die wir nicht unbedingt brauchen. Aber wir freuen uns, dass wir sie haben!

Haben alle Frauen einen G-Punkt?

Wie alle Studien vor ihr würde sie sich wahrscheinlich als absolut ergebnislos erweisen. Der G-Punkt lässt sich wunderbar als Monster von Loch Ness der Sexualwissenschaft bezeichnen – viele Menschen suchen seit vielen Jahren danach, und niemand konnte jemals überzeugende Beweise dafür erbringen, dass es wirklich existiert. Was wir mit Bestimmtheit wissen ist, dass etwa die Hälfte der Frauen der Meinung ist, dass es einen bestimmten Bereich in ihrer Vagina gibt, die ihnen eine Menge Lust bereitet. Doch dieser Bereich variiert von Frau zu Frau, konnte nie schlüssig auf Aufnahmen nachgewiesen werden, und die andere Hälfte aller Frauen kann einen solchen Bereich gar nicht lokalisieren. Meine Botschaft ist daher immer die gleiche: Mach Dir keine Sorgen darüber, ob Du „normal“ bist oder nicht – buchstäblich jede Frau ist im Inneren anders. Erkunde, was für Dich funktioniert – wenn Du einen bestimmten Bereich findest, der sich toll anfühlt, dann genieße es (ganz egal, ob er eine anatomische Bezeichnung hat oder nicht), und wenn es nicht so ist, dann keine Sorge – Du bist in guter Gesellschaft: der Hälfte aller Frauen auf diesem Planeten geht es ganz genauso!

Was ist eine weibliche Ejakulation?

Rund ein Viertel der Frauen scheiden zum Zeitpunkt des Orgasmus Flüssigkeit aus, und rund um die Welt untersuchen Wissenschaftler und streiten darüber, was genau die weibliche Ejakulation eigentlich ist. Einige Studien beharren darauf, dass Frauen Urin ausspritzen, und ziehen Ultraschallaufnahmen der Blase als Beweis heran. Im Rahmen anderer Studien wurde weibliches Ejakulat im Labor untersucht und die Meinung vertreten, dass es von den Skene-Drüsen (auch bekannt als weibliche Prostata) in der Vagina produziert wird. Außerdem gibt es Studien, die davon ausgehen, dass beide diese Schlussfolgerungen zutreffend sind und zwei vollkommen unterschiedliche Arten der Ejakulation repräsentieren. Es ist schwer zu wissen, welche davon richtig liegen – und je mehr wir forschen, umso mehr lernen wir – doch das wichtigste daran ist, dass man sich nicht darauf versteifen sollte, was passiert: schließlich ist man im Schlafzimmer, nicht in einer Vorlesung über Physiologie. Wenn Du ejakulierst, wenn Du kommst, dann verfalle nicht ins Überanalysieren und schäme Dich auf keinen Fall dafür.

Dr Adam Kay

Dr. Adam Kay erhielt seine Approbation als Arzt im Jahr 2004 und arbeitete seitdem ausschließlich in den Bereichen Geburtshilfe, Frauenheilkunde und sexuelle Gesundheit.  Er ist der Autor des erfolgreichen medizinischen Lehrbuchs „Rapid Obstetrics and Gynaecology“ und schreibt über Gesundheitsfragen für Cosmopolitan UK.  Er ist außerdem einer der gefragtesten Dramaturgen für Fernsehkomödien.